Tiergestützte Pädagogik: Schulhund, Besuchshund, Kindergartenhund,...

Tiergestütze Pädagogik: Freundlicher und respektvoller Umgang zwischen einem Mädchen und dem Hund.

Die tiergestützte Pädagogik, Therapie und Intervention bezeichnet verschiedenste Aktivitäten mit der Unterstützung von Hunden im Bereich von Therapie, Pädagogik, Förderung oder Besuche. 

Vor allem Kleinkinder, Kinder, Senioren und Menschen mit Behinderungen oder Lernschwierigkeiten werden dabei in die Arbeit mit Hunden einbezogen.  

 

Ob Schulhund, Besuchshund, Therapiehund oder Kindergartenhund bzw. Horthund– alle sollten sie eine hochwertige tiergestützte Pädagogik Ausbildung haben!

 

Für den Kinderschutz: Sicherheit der Menschen und den Tierschutz: Schutz der Hunde! 

Tiergestützte Pädagogik: Was bewirken die Hunde?


 

Es ist wichtig zu erwähnen, dass nur gut ausgebildete und geeignete Hunde in der tiergestützten Pädagogik erfolgreich und sicher eingesetzt werden können. Dazu sollten die Hunde wichtige Voraussetzungen erfüllen und bestimmte Wesenseigenschaften haben.

 

Durch die tiergestützte Pädagogik, Therapie und Intervention können Kinder durch die Hunde Freude erleben und traurige wie bedrohliche Ereignisse leichter bewältigen und haben somit einen direkten, sowie indirekten Einfluss auf die kognitive und sozio-emotionale Entwicklung der Kinder. Hunde urteilen dabei nicht nach menschlichen Kriterien, sondern begegnen Menschen vorurteilsfrei.

 

Hunde können Langeweile verhindern und Abwechslung und mehr Aktivität in den Alltag bringen. Sie fördern Verantwortungsbewusstsein, soziales Verhalten, Freude und Zuneigung, Geduld und Toleranz, Beobachtungsfähigkeit, Selbstbestätigung, Menschlichkeit, sowie den erfolgreichen Umgang mit Kummer und Tod. 

 

Die Anwesenheit von Tieren reduziert die Angst, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Distanzen werden abgebaut und Nähe hergestellt. Dabei werden Isolation und soziale Einsamkeit verringert. Auch die verbale Kommunikation und das positive Selbstbild verbessert sich.  

 

Die tiergestützte Pädagogik, Therapie und Intervention bewirkt auch eine Förderung des Selbstwertgefühles und des Selbstbewusstseins, als auch gesteigerte Kontrolle über sich selbst. In Gruppen entsteht ein stressfreieres Lernklima und eine gesteigerte Motivation, durch die der Lernerfolg erhöht werden kann. 

Der Hund und seine Vorteile für verhaltensauffällige Kinder


 

Gerade Kinder mit Bindungsproblemen und Verhaltensauffälligkeiten können aber besonders vom Hund in Pädagogik und Therapie profitieren!

Bislang haben diese Kinder in ihrem Leben oft nur Misserfolge und Misstrauen in die eigenen Fähigkeiten erfahren. Schulhunde aber nehmen Kinder an, so wie sie sind, ohne nach Leistungen zu fragen.

 

Die Kinder bekommen so, oft zum ersten Mal, unvoreingenommene Akzeptanz, Bestätigung und ständige Rückmeldung durch den Hund. Studien zeigten, dass einnässende und einkotende Kinder nicht mehr einnässten und -koteten.

Ängstliche Kinder waren sicherer, gaben klare und laute Kommandos und waren stärker am Unterricht beteiligt. Aggressive Kinder waren nicht mehr so aggressiv wie am Anfang der Studie.

 

Hunde sind gerade für Kinder mit Lernstörungen, Lernschwierigkeiten oder auch Lernbehinderungen wichtig, da sie Selbstwirksamkeit, das Selbstwertgefühl bzw. die Selbstbewertung, die Leistungsmotivation und Attributionsmuster fördern. 

Untersuchungen haben weiterhin gezeigt, dass ein freundlicher Schulhund mehr zu einer effektiven Stressregulation von Kindern mit Bindungsproblemen beitragen kann, als eine freundliche Person oder ein Stoffhund.

 

Bei sexuell misshandelten Kindern schafften es Hunde, Angst und Spannungen der Kinder zu vermindern. Die Kinder waren außerdem schneller in der Lage von ihrem Trauma zu berichten, da die Fragen für sie scheinbar vom Hund ausgingen.

Verhaltensauffällige Kinder (inklusive Autismus) konnten mit einem echten Hund länger interagieren als mit einer Person und waren mit ihm spielfreudiger, kommunikationsfreudiger und sich ihrer sozialen Umwelt bewusster. 

 

Jedoch ist gerade bei verhaltensauffälligen Schülern eine Ausbildung tiergestützte Pädagogik und Intervention vor dem Einsatz fast unumgänglich. Diese Kinder sind oftmals besonders laut und unbeherrscht in ihren motorischen Fähigkeiten.

 

Bei nicht ausgebildeten Hunden könnte es dann zu unangemessenen Reaktionen, wie Knurren oder Schnappen kommen.

Auch ist die Belastung für den Hund bei diesen Kindern besonders hoch!

 

Der Hundeführer sollte die Stresssignale beim Hund intensiv kennen und beobachten und der Situation entsprechend schnell handeln! 

Tiergestützte Pädagogik, Therapie und Intervention: Eine Einteilung!


 

Die tiergestützte Pädagogik, Therapie und Intervention kann nach Vernooij und Schneider in vier Kategorien unterteilt werden:

TGA-

Tiergestützte

Aktivität

Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens



TGF-

Tiergestützte 

Förderung

Erzielung allgemeiner Entwicklungsschritte mit einem individuellen Förderplan

 

Durchführung nur von Pädagogen und Sonderpädagogen mit Tieren, die speziell ausgebildet sind. 



TGP-

Tiergestützte 

Pädagogik

Verbesserung und Förderung der emotionalen und sozialen Kompetenzen, sowie Entwicklungsfortschritte der Schüler

 

Durchführung nur von Pädagogen und Sonderpädagogen mit Tieren, die speziell ausgebildet sind. 



TGT-

Tiergestützte 

Therapie

Erarbeitung eines individuellen Therapieplanes für Funktionsstörungen oder emotionale Konflikte der Menschen 

 

Durchführung nur von einer therapeutisch qualifizierten Person (zum Beispiel ErgotherapeutIn, Gesprächs-, Gestalt-, und VerhaltenstherapeutIn) mit speziell ausgebildetem Hund


Wie lange gibt es schon die tiergestützte Pädagogik und Intervention?


 

Interessanterweise finden sich schriftliche Dokumentationen, dass Tiere zur psychischen Unterstützung des Menschen eingesetzt worden sind, bis ins neunte Jahrhundert vor Christus, wie zum Beispiel beim griechischen Dichters Homer.

Er beschreibt z.B., dass die Hunde des Asklepios, dem griechischen Gott der Heilung, darauf trainiert waren , Wunden oder schmerzende Körperteile von Menschen zu lecken.

 

In Gheel, Belgien, wurden Hunde im neunten Jahrhundert nach Christus, in die Therapie von behinderten Menschen einbezogen und im 19. Jahrhundert, bezeichnete Florence Nightingale Kleintiere als „exzellente Gefährten für Kranke, besonders in langen chronischen Fällen“. 

 

Eine Rehabilitationseinrichtung „Beitostolen“ für Behinderte, in der Pferde und Hunde zum therapeutischen Einsatz kamen, wurde 1966 vom blinden Musiker Stohrdahl gegründet.

 

Aber erst Boris Levinson, ein amerikanischer Kinderpsychiater, benutzte den in den 1960 er Jahren Begriff „pet therapy“ - „Heimtiertherapie“ und beschrieb damit den gezielten Einsatz von Tieren bei Therapien. Er konnte beobachten, dass seine Patienten sich in Anwesenheit seines Hundes Jingles leichter taten, mit ihm in Kontakt zu treten.

Er bezeichnete seinen Hund als „Eisbrecher, da es den Kindern in seiner Anwesenheit schneller möglich war, eine vertrauensvolle Beziehung zum Therapeuten aufzubauen. 

 

Im Jahr 2005 wurde dann der europäische Dachverband ESAAT „European Society for Animal Assisted Therapy“ gegründet. Es wurden allgemeine Qualitätsstandards für tiergestützte Pädagogik, Therapie und Intervention in Europa definiert.